Presse
13.11.2006
Pressemitteilung Deutsch/ Englisch
Pressemitteilung Boxberg
Elternverein Baden-Württemberg e.V. mit Sitz in Boxberg startet neues Europäisches Projekt im frühkindlichen Bereich.
17 weitere Projekte wurden mit anderen Themenschwerpunkten ausgewählt.
„TRANSITION- Ausbildung zum Übergangsbegleiter für frühkindliche Bildungsprozesse“ ist der Titel des ausgewählten Projektes des Elternvereins Baden-Württemberg e.V. und beruht auf der Grundlage des Transitionsansatzes.
Dr. Renate Heinisch, Vorsitzende des Elternvereins Baden-Württemberg e.V. zeigte sich erfreut und betonte, dass sich kontinuierlicher, hartnäckiger Einsatz und ehrenamtliches Engagement lohnt und Europa dies anerkennt: "Wir brauchen Europa, denn die Vielfalt Europas ist in jedem Kindergarten und jeder Grundschulklasse wahrzunehmen und erlebbar."
Seit 1994 ist der Elternverein Baden-Württemberg e.V. im Bereich der Elternweiterbildung für frühkindliche Erziehung und Bildung in Europa federführend. "Auf einen guten Anfang kommt es an", war seit 1975 von Renate Heinisch der rote Faden in der Elternweiterbildung. Es war die Zeit, in der in Baden-Württemberg die Kooperation Kindergarten - Grundschule auf dem Papier begann.
Der Elternverein Baden-Württemberg e. V. hat mit seinem – abgeschlossenen – von der Landesstiftung Baden-Württemberg gGmbH geförderten Projekt "Baden-Württembergische Elternakademie (BWEA)" bewiesen, wie notwendig Elternbildung und die Kooperation zwischen Familie, Kindergarten und Schule ist. „Alle Beteiligten an einen Tisch bringen, den Realitäten in die Augen sehen und zum Wohle der Kinder mit Hebammen, Kinderärzten, Frauenärzten und Therapeuten vor Ort Konzepte entwickeln - dies war und ist der zukunftsweisende Weg“, so Renate Heinisch. Gemeinsames zu gestalten setzt die Dialogfähigkeit der Unterschiedlichen voraus.
Junge Eltern stehen oft nicht nur vor der Aufgabe Erziehungsberechtigte zu sein, sondern müssen sich aus verschiedenen Gründen auch schnell in die Rolle der Kindergarteneltern und später Schuleltern hineinfinden und über Orientierungs- und Bildungspläne informiert werden. Gerade für sie ist eine Unterstützung notwendig, damit sie aktiv ihre Kinder beim Übergang (=Transition) von der Familie in den Kindergarten bzw. Schule unterstützen können. Hierfür und auch für die Zusammenarbeit der Familien mit Kindergärten und Grundschulen, die bisher schlecht entwickelt ist, sind Übergangsbegleiter nach Erfahrungen der teilnehmenden Einrichtungen notwendig. Bisher gibt es in Europa keine angemessene Unterstützung für Eltern mit Kindern in Übergangssituationen, so dass die Ausbildung von Übergangsbegleitern bedarfsgerecht und innovativ ist.
Der Transitionsansatz, der als theoretische Grundlage für das Projekt genutzt wird, kommt aus der Familienentwicklungspsychologie. Die Transitionsforschung untersucht die Schnittstelle von individuellem Handlungs- und Bewältigungsvermögen und von gesellschaftlichen Handlungsvorgaben und Anforderungen. Mit konzentrierten Lernprozessen muss die Anpassung an die jeweiligen Veränderungen geleistet werden. Transitionen sind Stimuli für Entwicklung. Kind und Eltern bewältigen Entwicklungsaufgaben auf der individuellen, interaktionalen und kontextuellen Ebene (Griebel & Niesel 2004).
Im Rahmen der Ausbildungskurse sollen Personen mit pädagogischen Vorkenntnissen wie z.B.
- Ausbildner von Erziehern und Grundschullehrern (hier auch aus dem sonderpädagogischen Bereich),
- Erzieher und Grundschullehrer und
- junge Senioren (besonders pädagogisches Personal, das aus Altersgründen nicht mehr im aktiven Arbeitsleben steht, um dessen Potential nutzen zu können)
zu Ausbildnern von Übergangsbegleitern fortgebildet werden.
Die Hauptaktivität des Projektes besteht in der Entwicklung und Erprobung des Ausbildungskurses TRANSITION. Die Projektpartner werden eine Bedarfsanalyse durchführen, um die Bedürfnisse und Anforderungen der Stakeholder zu erfassen. Die Analyse dient als Grundlage für die Entwicklung des Curriculums und der Lehrmaterialien des Ausbildungskurses.
Die Projektpartner – aus Österreich, Schweden, Slowakei, UK und Lettland - sahen sich aus mehreren Gründen veranlasst, das Thema Elternbildung bei frühkindlichen Bildungsprozessen auf europäischer Ebene zu behandeln:
- die zunehmende Mobilität in Europa von Familien und Fachkräften;
- die internationale Diskussion des Themas wie z. B. im Rahmen der OECD-Studie "Starting strong";
- die Europäisierung bzw. Internationalisierung der Gruppen in den Kindertagesstätten und Klassenzimmern und natürlich
- die Festlegung des Schwerpunktthemas Familien- und Elternbildung im diesjährigen Call for Proposal.
Die Projektpartner gehen davon aus, dass sie vor allem durch den europäischen Erfahrungsaustausch und die Bedarfsanalyse, die in den verschiedenen Ländern durchgeführt wird, Anstöße für die Entwicklung des Curriculums erhalten, die auf nationaler Ebene aufgrund der eingeengten Perspektive der Beteiligten nicht zu erwarten wären.
"Optimale Frühförderung sichert Bildungschancen - das ist die Botschaft nach den PISA und IGLU Ergebnissen, nach den ungelösten Integrationswegen und nach den gewonnenen Inputs aus Europa. Frühe Förderung heißt Lernen von Europa. Denn die PISA Sieger haben bereits vor 15 Jahren mit Reformen in ihren Bildungssystemen begonnen", so Renate Heinisch.
Mit dem Projekt "Transition" (2006 - 2008) wird auch der Schatz der kulturellen Identitäten aufgedeckt und der Weg voneinander zu lernen, miteinander zu sprechen, zu erzählen und zu singen aufgezeigt.
Gemeinsam werden wir Verantwortung für die Werte Europas tragen.
Nähere Informationen: www.elternverein-bw.de

